ob das echt ist, weiß ich noch nicht. aber es scheint mir einen link wert sein. ein weiterer kommentar folgt JETZT (am 1.1.2008). ich erlaube mir, den ersten eintrag im neuen jahr hp zu widmen, ich tue es gerne. was ich mit dem filmchen hinter dem link anfangen soll, ich weiss es immer noch nicht. bezüglich der qualität kann man auf youtube nicht urteilen, ob das ding echt ist, zugegeben, ich könnte es auch nicht bei einem 100 zoll-bildschirm, die technik ist zu gut.
nach dem, was man in den einschlägigen biografischen büchern (l. spraque de camp, houellebecq) liest, war der gute hp eher ein scheues und neurotisches kerlchen. dazu mag dieses selbstbewusste auftreten gar nicht passen.auch das was er sagt, ist eher dubios, lovecraft war sicher nicht demokrat, wie einer der kommentatoren zurecht bemerkt. im gegenteil, man hat ihm immer sein rassendenken vorgeworfen. “i`m a democrat” war er einfach nicht. und ob er sich dermassen gut verkauft hat, ich wüsste es nicht.
aber es gibt bald eine verfilmung von thomas wheelers “the arcanum“, in dem die figur des hp lovecraft eine wichtige rolle spielen soll. dies video ein marketinggag?
nonpop haben - als ergänzung - einen guten artikel über hpl und die musik.
Archiv für die Kategorie ‘Literatur’
hp lovecraft
Dezember 30, 2007streitlos umstritten
Dezember 13, 2007auf der lesung von juli zeh in zürich am montag wurde die autorin vom moderator als “umstritten” beschrieben. was bitte ist denn aber an juli zeh umstritten? unbestritten ist sie eine gute autorin, die mit mehr oder weniger guten büchern auf dem buchmarkt vertreten ist, nur habe ich keine erinnerung an einen “streit”, der in der öffentlichkeit über ein werk oder gar eine provokante aussage der autorin ausgetragen wurde.
streit ist ja eine durchaus niedere art der auseinandersetzung. für den literaturbetrieb kann man durchaus eine debatte erwarten, die bestenfalls öffentlich und in qualitativ hochstehenden medien ausgetragen wird. zu einer debatte gehört der gute stil und eine faire, aber harte art der auseinandersetzung. nur erinnere ich mich auch nicht an eine debatte, die von juli zehs werk ausgelöst wurde.
ich erinnere mich noch gut an die eine oder andere debatte im bereich der literatur: die walser-debatte, in jüngster zeit die eva hermann-debatte, die mit literatur wenig zu tun hatte, aber um ein buch ging, die sloterdijk-debatte um den menschenpark, maxim biller hatte eine mit seiner “esra“, zuletzt meine lieblingsdebatte um den “anschwellenden bocksgesang“. bei allen war der streit mehr oder weniger fruchtbar.
doch juli zeh gehört nicht zur riege dieser alten herren und sie hat auch keinen streit provoziert. muss sie auch nicht. nur ist sie sicher nicht “umstritten”, und ich finde es etwas traurig, dass das wort dazu verwendet wird, einen autor, eine autorin als interessant zu verkaufen. nur weil heute eben alles irgendwie “interessant” ist, muss man nicht den wichtigen worten die produktive bedeutung stehlen.
s-ch-wips
Dezember 4, 2007dafür haben sich einige wirklich gute schweizer verlage zusammengeschlossen: swips!
ich will auch in seifenblasen sprechen
Dezember 4, 2007undimensionierte weiten erklimmt mein eingespannter geist, wenn er sich die möglichkeit zu solch einer beinahe babylonischen, aber doch im positivsten sinne vielfältigen sprachverwendung ausmalt.
da lobe ich mir die buergel-maschine. die jungs von EXOT habe den meisterwerkskommentar entwickelt.
allerseelenwalzer
November 22, 2007gestern hat auf initiative von margrit manz eine lesung neuer totentänze im literaturhaus basel stattgefunden. dabei haben sich vier lyriker und eine -in zusammengetan, von den totentänzen in der benachtbarten barfüsserkirche inspirieren lassen und dem mittelalterlichen totentanz ein neues sprachgewand gegeben. die gedichte sind in einm wunderschönen band im waldgut-verlag abgedruckt.
mit dabei waren urs allemann, wolfgang bortlik, beat brechbühl und rudolf bussmann. nora gomringer war in den usa und hat ihre stimme via tondatei geschickt. eine spannende sache mit spannenden texten.
eine überlegung zu beat brechbühl, der in den 60er jahren als schriftsetzer angefangen hat und nebenher gedichte und prosa geschrieben hat. er teilt damit den lebenslauf oder zumindest den beruf mit einigen der konkreten poeten, mit denen er sicher in kontakt stand. etwas, was diese durchaus unintellektuelle kleinstepoche sehr sympathisch macht: dass handwerker darin eine gewichtige rolle spielten, die dazu nicht für das schreiben, aber für das gestalten ausgebildet wurden.
wer ist und was macht: …?
November 14, 2007der poetenladen berichtet vom open mike 2007.
deutschlandradio gibt auskunft über johann trupp.
über tina gintrowski erfahren wir mehr im poetenladen.de.
judith zanders leben auf lyrikwelt.de.
die siegertexte hat die literaturwerkstatt.org als pdf.
so, fertig jetzt open mike.
open mike nachlese 2
November 10, 2007die taz, die auch johanns text abdruckt, weist vor allem auf die gleichförmigkeit der biografien der autoren hin, womit sie sicher nicht unrecht hat. sie hebt aber auch die mutige frische von juliane lieberts gedeichten hervor.
auch der tagesspiegel hebt die taschenlampenartige strahlkraft der lyrik hervor, ohne allzusehr darauf einzugehen.
theresa pak wurde im anschluss an den beitrag vom literatur-cafe interviewt.
simon urban wurde von der zeit begleitet und hat in dem entsprechenden interview recht schön die atmosphäre der veranstaltung eingefangen. und die berliner zeitung macht sich so auch ihre gedanken. das neue deutschland freut sich über johann trupps sieg.
open mike nachlese
November 6, 2007die frankfurter rundschau kommentiert die ergebnisse des open mike hier. für thomas lehmkuhl von jetzt.de sind die geschlechtlichkeit und deren düfte das signum der diesjährigen prosa. und judith zander steht in der tradition von inger christensen und goethe (wirklich, zumindest der schlenker!).
open mike
November 5, 2007
eigentlich hat mich berlin am alex mit ziemlich penetrantem geruch nach feuchter schimmelluft und getrocknetem urin empfangen. aber dass auch das seine reize haben kann, hat der diesjährige preisträger johann trupp vortragend bewiesen!
die veranstaltung dürfte bekannt sein, nur dass sich spione eingeschlichen hatten, war so neu wie der lyrikpreis. zwar wurden immer am open mike lyriker prämiert, wie zum beispiel der wunderbare christian schloyer, aber diesmal eben mit sondersparte.
die prosa wird fälschlichsterweise in manchen reaktionen als nicht so rockig beschrieben. dem war jetzt definitiv nicht so! mirko kussin hat einen hammerstext über schallplatten und vergegenwärtigte vergangenheiten vorgetragen. und christoph steier hatte den allerbesten titel: holy shit, und die geschichte dazu war weniger kotig denn ein bisschen blutig. blutiger: kerstin schultes kneipensplatter!!!
dazu schöne und ein bisschen romatische gedichte von andre, stadtansichten von mischa. was will man denn mehr? ach ja: das ganze am ernst-thälmann-plartz in der wabe.
konkretes
Oktober 5, 2007schön, dass die netzliteratur einen direkten ursprung in der konkreten poesie hat. denn der grundgedanke der anhänger der stuttgarter und wiener schule war, dass nicht das wort als träger verschiedener bedeutungen sondern das zeichen als geschlossene ästhetische einheit gebraucht, genauer angeordnet werden kann.
netzkunst macht wenig anderes als programmzeichen, oberflächenbefehle, ästhetisch neu anzuordnen. plaintext macht dies, ohne bedeutung zu generieren aber sprachlich gestaltete oberflächen.