elton john hat sich im spiegel dafür ausgesprochen, dass das internet für einige jahre, genauer fünf, stillgelegt werden sollte. ziel der aktion: bessere musik, weil die musik wieder verkauft statt heruntergeladen wird und weil die musiker damit geld für ihre bessere arbeit bekommen UND mehr zeit darauf verwenden musik zu machen.
soweit die provokante forderung. dagegen spricht einiges. wer sollte denn so einen total(itär)en akt ausführen? wie sollte das denn technisch gehen? was macht den elton mit den ganzen rebellierenden gamern und netaddicts, mit den aktien- und onlinehändlern? wer bezahlt den verdienstaufall der anbietern? wird musik und literatur und design und alles ästhetische denn besser, wenn die informationen aus dem netz fehlen?
ein, aber auch nur ein gutes hätte solch eine aktion. wenn ich an einem text arbeite, steigt meines erachtens dessen qualität in dem maße, in dem ich zeit in die lektüre und überarbeitung stecke. einen tag betrachtet, verbringe ich mindestens zwei stunden vor dem netz und lasse mich durch netz- und mailboxbesuche gerne ablenken. vielleicht ist also doch etwas dran an der idee elton johns. offen bleibt die zentrale frage:
warum entscheidet man sich nicht einfach dagegen, zeit mit surfen zu verschwenden?